Ökologische Geschäftsreisen

Reisen, als ob es ein Morgen gäbe.

Als Berufstätige sind wir Teil der Mobilitätswende:

Jeder Flug, den wir nicht antreten, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Einige von uns fliegen schon lange nicht mehr, andere von uns können noch nicht ganz drauf verzichten. Was uns eint ist das Wissen über die miese Ökobilanz von Flugreisen, der Ärger über die Untätigkeit von Politik und Wirtschaft, sowie der Wunsch nach Veränderung. Daher haben wir klare Forderungen und bekennen uns zu einer Verringerung des eigenen Flugkonsums.

FORDERUNGEN AN POLITIK & WIRTSCHAFT

SCHÜTZT DIE ATMOSPHÄRE!

Immer mehr Menschen in Deutschland sind bereit, bei ihren Reisen die klimafreundliche Alternative zum Flug zu wählen.

Politik und Wirtschaft müssen endlich Rahmenbedingungen schaffen, die diese zukunftsfähige Mobilität nicht nur ermöglichen, sondern auch belohnen und nicht umgekehrt. Wenn wir auch in Zukunft noch mobil bleiben möchten, muss sich jetzt etwas ändern!

Wir unterstützen die Forderungen von Stay Grounded (Externer Link zum Positionspapier), einem globalen Netzwerk bestehend aus fast 200 Organisationen, die sich für eine Reduktion des Flugverkehrs und ein gerechtes Transportsystem einsetzen: 

Was es braucht:

Einen gerechten Übergang für Arbeitnehmer*innen der Flugindustrie

Eine Verlagerung auf andere Verkehrsmittel

Eine Wirtschaft der kurzen Wege

Ermöglichung anderer Gewohnheiten und Lebensweisen

Berücksichtigung von Land- und Menschenrechten

Klimagerechtigkeit

Entschlossenes und verbindliches politisches Handeln

Was es zu verhindern gilt:

Bau neuer Flughäfen und Ausbau der bestehenden Infrastruktur

Privilegien für die Luftfahrtindustrie

Werbung der Luftfahrtindustrie

Kompensation von Emissionen („Offsetting“)

Agrartreibstoffe

Technologie als Lösung aller Probleme – eine Illusion

Weil wir alle etwas bewirken können

MACH MIT!

Bist du bereit, dein Geschäftsreiseverhalten zu verändern? Dann schließe dich uns an und werde Teil des Versprechens, keine oder so wenige Flüge wie möglich anzutreten. Gemeinsam können wir die Atmosphäre schützen und uns für eine lebenswerte Zukunft einsetzen.

Egal wie weit du schon bist: Wir laden dich ein, deine geschäftlichen Flugreisen und die Flugreisen in deinem Unternehmen schrittweise zu verringern.

Schritt 1: Ich nutze künftig keine geschäftlichen Inlandsflüge mehr

Schritt 2: Ich nutze künftig keine Inlandsflüge und keine Flüge in Nachbarländer mehr für Geschäftsreisen

Schritt 3: Ich nutze (künftig) gar kein Flugzeug mehr für Geschäftsreisen

Die Schritte müssen nicht sukzessiv durchlaufen werden. Du kannst auch bei Schritt 3 starten. Oder bei Schritt 2 stoppen (auch wenn unser Ziel ist, dass wir alle Schritt 3 erreichen).

Bist du dabei?

Du unterstützt die Forderungen und hast dir vorgenommen, geschäftlich weniger oder gar nicht mehr zu fliegen? Dann unterzeichne und erscheine in der Unterstützer*innen Liste.

FAQ – Hast du noch Fragen?

ÜBER UNS

Wer seid ihr?

Wir sind eine Gruppe von Menschen, die sich über die miese Ökobilanz von Flugreisen und die Untätigkeit von Fluggesellschaften und Politiker*innen ärgern. Einige von uns fliegen schon lange nicht mehr, andere von uns können noch nicht ganz drauf verzichten. Was uns eint ist der Wunsch nach Veränderung. Daher bekennen wir uns zu einer Verringerung des eigenen Flugkonsums und haben klare Forderungen an Politik und Wirtschaft.

Das Projekt “Loving The Atmosphere” möchte informieren, inspirieren und Veränderung in Bewegung bringen. Der Fokus liegt dabei in erster Linie auf Geschäftsreisen, da diese aus unserer Sicht einen Großteil der besonders unnötigen Flugreisen ausmachen. Wir freuen uns allerdings ebenso, wenn Privatpersonen entscheiden, ein Versprechen zu weniger oder keinen Flügen zu geben.

Wie kann ich mich hier anschließen?

Teilst du die Forderungen an Politik und Wirtschaft? Bist du bereit, schrittweise oder komplett auf geschäftliche Flüge zu verzichten? Dann freuen wir uns, wenn du dich Loving the Atmosphere anschließt und für eine bessere Zukunft eintrittst:

Trag dich einfach in die Unterzeichner*innen Liste ein und du erhältst unseren Guide und ein Siegel für deine Website oder E-Mail-Signatur. Außerdem erscheinst du in der öffentlichen Unterstützer*innen Liste. Deine E-Mail-Adresse wird hier selbstverständlich nicht veröffentlicht.

Du kannst dich außerdem für unseren Newsletter anmelden – hier berichten wir dann ungefähr einmal im Monat von neuen Entwicklungen, Ideen und Erkenntnissen.

Natürlich kannst du dich auch eintragen, wenn du bereits zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr fliegst – erzähle uns dann gern etwas über deine Beweggründe, Reiserichtlinien in deinem Unternehmen etc.

Wie kann ich euch unterstützen?

Wir freuen uns total, wenn du uns unterstützen möchtest! Es gibt hierfür verschiedene Möglichkeiten:

  • Unterstütze unser Versprechen und die Forderungen, indem du dich in die Unterstützer*innenliste einträgst und dein Geschäftsreiseverhalten entsprechend veränderst.
  • Trage dich in unseren Newsletter ein, um auf dem Laufenden zu bleiben, was sich entwickelt
  • Teile unsere Website mit deinen Freund*innen, Kolleg*innen und deiner Familie und frag sie, ob sie sich anschließen möchten 
  • Rede mit deiner / deinem Chef*in über ökologische Geschäftsreisen.

Möchtest du uns aktiv unter die Arme greifen? Dann schick uns eine Mail an hello@lovingtheatmosphere.org und sag uns, wie du dir vorstellen kannst, uns zu unterstützen.

Ist die Teilnahme kostenlos?

Na klar, deine Unterstützung für ein besseres Klima ist kostenlos – aber keineswegs umsonst. Denn je mehr wir werden, desto eher können wir etwas verändern.

Was sind eure Forderungen?

Flüge zu vermeiden finden wir sehr wichtig, denn dies ist ein Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig bleibt hier die Verantwortung auf Individualebene. Wir glauben daran, dass wir eine notwendige Veränderung im Verkehrsverhalten nur gemeinsam schaffen können.

Deshalb fordern wir Politik und Wirtschaft auf, endlich Rahmenbedingungen zu schaffen, die klimafreundliche Mobilität nicht nur ermöglichen, sondern auch belohnen.

Das Stay Grounded Netzwerk hat ein Positionspapier mit 13 Forderungen aufgestellt, dem wir uns gerne anschließen. Du hast hier auf der Seite die Möglichkeit, deine Zustimmung zu den Forderungen zu bekennen. 

Zum gesamten Positionspapier geht es hier.

Was erwartet mich als Unterzeichner*in?

Wenn du ein Versprechen („Pledge“) abgibst und die Forderungen unterschreibst, erhältst unseren Guide und ein Siegel für deine Website oder E-Mail-Signatur. Außerdem erscheinst du  in der öffentlichen Unterstützer*innen Liste. Deine E-Mail-Adresse wird hier selbstverständlich nicht veröffentlicht.    

FAQ – Hast du noch Fragen?

ÖKOLOGISCHE GESCHÄFTSREISEN

Ich möchte bei unseren Geschäftsreisen im Unternehmen was verändern – was kann ich tun?

Du arbeitest bei einem Unternehmen, einer Uni, Projekt oder Verein oder leitest selber eine Organisation? 

Möchtet ihr gerne was an eurem Reiseverhalten ändern und reisen als ob es ein Morgen gäbe? 

  • Schließe dich Loving The Atmosphere an, indem du Versprechen und Forderungen unterstützt und via Newsletteranmeldung auf dem Laufenden bleibst
  • Schau dir den Blogartikel ökologische Geschäftsreisen an, den du im Blog von Das Gute Ruft findest.
  • Sprich mit deinen Kolleg*innen und Vorgesetzten über den Wunsch, Geschäftsreisen ökologischer zu gestalten.
  • Vom VCD gibt es einen Leitfaden für ökologische Geschäftsreisen – in der Grafik auf Seite 28 ist eine gute Übersicht enthalten, wann welches Verkehrsmittel Sinn macht.

Schreib uns bei konkreten Fragen gern eine Mail an hello@lovingtheatmosphere.org

Ich möchte weniger fliegen, aber Zugfahrten sind viel zu teuer.

Diese Begründung hören wir öfters – in einigen Fällen trifft es zu, dass Zugfahrten teuer sind, vor allem, wenn sehr kurzfristig an einem sehr beliebten Reisetag gebucht wird. Häufig sind Flugreisen allerdings auch einfach zu günstig, insbesondere gemessen an dem Umweltschaden, den sie anrichten.   

Es hat verschiedene Ursachen, dass Zugfahrten im Vergleich zu Flugreisen häufig teurer wirken oder sind:

  • Preise variieren, je nachdem, wann man bucht – für Geschäftsreisen besteht hier allerdings ein großer Vorteil, da die meisten Events und Meetings nicht spontan stattfinden, sondern Wochen oder Monate im Voraus gebucht werden können, wenn es noch sehr gute Angebote gibt
  • Flugreisen sind von der Kerosinsteuer befreit, Zugreisen nicht – hierdurch ergibt sich eine Wettbewerbsverzerrung zugunsten des Flugverkehrs
  • Auch eine Mehrwertsteuer auf Flüge ins europäische Ausland gibt es für den Flugverkehr nicht
  • “Externalities” – ein Wort aus der BWL. Es umschreibt, dass Unternehmen für den Schaden an Menschen und Umwelt nicht aufkommen müssen, sondern rein über den Faktor Kosten und Profit agieren können. Jede*r von uns weiß eigentlich, dass bei einem Flug für 4,99 € etwas nicht stimmen kann – Fliegen muss wieder teurer werden!
  • Vor allem Billig-Airlines verzichten auf faire Arbeitsbedingungen und können so günstigste Preise anbieten (nicht immer ist Zugfahren “teuer”, häufig ist fliegen einfach viel zu günstig)
  • Die Investitionen in den Schienenverkehr sind seit Jahren stagnierend – so fehlen häufigere, schnellere oder günstigere Bahnverbindungen. Gleichzeitig werden Steuergelder in die Rettung von Airlines oder den Aus- und Neubau von Flughäfen gesteckt, anstatt sie in umweltfreundliche Mobilität zu investieren
  • Die DB ist ein an der Börse notierter Wirtschaftskonzern – Interessen der Shareholder (Anteilseigner), die sich primär auf Profite ausrichten, werden zwangsläufig höher priorisiert als die Interessen des Gemeinwohls

Unabhängig davon, dass Alternativen zum Fliegen attraktiver sein sollten, gibt es eine Frage, die wir uns immer stellen sollten: Welchen Preis und etwaigen Mehraufwand ist es uns wert, die Atmosphäre nicht weiter und unwiderbringlich zu zerstören?

 

Aber der Flieger hebt doch sowieso ab, oder?

Die Nachfrage nach Flugreisen hat sich zwischen 2004 und 2018 allein in Deutschland um dramatische 64% erhöht – das macht 222.551.000 Passagiere im Jahr 2018 nur in Deutschland (Quelle: Statista). Je mehr das Angebot genutzt wird, desto stärker wird es weiter ausgebaut. Dein Flug macht also vielleicht heute noch keinen Unterschied, da dieses Flugzeug tatsächlich schon fest eingeplant wurde, er beeinflusst aber, wie viele Flugangebote die Airline in Zukunft anbieten wird – da ist dein Flug einer von vielen, die zu einer Beibehaltung und Ausweitung des Angebots beitragen.

Was ist mit CO2-Kompensationen?

Kritiker*innen sehen in CO2-Kompensationen einen modernen Ablasshandel. Mit dem Geld werden klimafreundliche Projekte gefördert, die an anderer Stelle konkret dieselbe Menge CO2 einsparen sollen, die Flugreisende bei ihrer Reise verbrauchen. Emissionen können und sollten nur dort eingespart werden, wo sie entstehen. Mittel- bis langfristig können Kompensationen demnach keine Lösung sein.

Wer heut noch eine Geschäftsreise per Flugzeug antritt, sollte dennoch den Weg über die Kompensation wählen, sich aber nicht der Illusion hingeben, dass grünes Fliegen dadurch möglich ist.

Was ist mit den Nachhaltigkeitsversprechungen der Flugindustrie?

In Zeiten der Klimakrise steigt der Druck auf die Flugindustrie, endlich Lösungen für die Schädlichkeit des Fliegens zu finden. Doch halten die Nachhaltigkeitsversprechungen wirklich, was sie versprechen? Bei weitem nicht!

Die Broschüre „Grünes Fliegen – gibt es das?“ untersucht die Versprechungen der Flugindustrie auf ihre Wirksamkeit und kommt zu dem Ergebnis, dass diese vor allem ein Ablenkungsmanöver sind und CO2-neutrales Fliegen eine Illusion bleibt. Was es wirklich braucht ist weniger statt mehr Flugverkehr!

Aber was ist mit technologischen Fluginnovationen?

“Für grüne Flüge wären Quantensprünge notwendig. Selbst die Flugindustrie geht von wenigstens 25 Jahren aus, bis die technische Reife entwickelt ist. Da Flugzeuge eine Lebensdauer von etwa 25 Jahren haben, bleiben energieintensive Maschinen also mindestens bis in die 2060er Jahre im Einsatz.“

Auszug aus der Broschüre „Grünes Fliegen – gibt es das?“

Auch hier gilt: weniger Wachstum und eine Reduktion des Flugverkehrs sind kurzfristig erforderlich. Natürlich kann und sollte endlich an alternativen Antriebsformen geforscht werden – sofern diese eine wirkliche Alternative darstellen und Probleme nicht nur verlagern. Wir können allerdings nicht darauf warten, bis diese flächendeckend marktreif sind.

Aber was ist mit nachhaltigen Agrartreibstoffen?

“Ein möglichst hoher Anteil konventionellen Kerosins soll durch Agrartreibstoffe ersetzt werden. Die Pläne sind unrealistisch, würden riesige Mengen Land verbrauchen und damit die Lebensmittelversorgung gefährden, zu Landraub führen und zudem kaum positive Auswirkungen auf das Klima haben.”

Auszug aus der Broschüre „Grünes Fliegen – gibt es das?“